Charity Pumuckl-Ausstellung im KARE Kraftwerk

24. November 2015

Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson hat dem liebenswerten Kobold aus den Geschichten von Ellis Kaut sein unverwechselbares Aussehen gegeben. Vor mehr als 50 Jahren entwarf sie die erste "sichtbare" Version des frechen und sehr liebenswerten Rotschopfs. Am 05ten Dezember feiern wir die Vernissage ihrer Kunstausstellung im KARE Kraftwerk. Sie wird die Besucher persönlich durch den künstlerischen Entstehungsprozess führen. Für uns hat sie sich die Zeit genommen, über ihre Verbindung mit Pumuckl zu erzählen:

Am 05ten Dezember feiern wir um 15:00 Uhr die Vernissage unserer Charity Pumuckl-Ausstellung für das gemeinnützige Projekt Artists for Kids im KARE Kraftwerk. Schauspielerin und Artists for Kids Unterstützerin Katrin Lux, bekannt aus der TV-Serie Dahoam is Dahoam wird vor Ort die Spendensammlung unterstützen. Pumuckl-Illustratorin Barbara von Johnson führt die Besucher persönlich durch die Ausstellung, um vom künstlerischen Entstehungsprozess des Pumuckl zu berichten. Als absolutes Highlight wird sie außerdem live in Form eines Action-Paintings ein Pumuckl Bild malen, das im Anschluss versteigert wird.

Nachtrag zur stillen Versteigerung: Bis zum 27.12.2015 können Gebote für ihr im Kraftwerk gemaltes Pumuckl Bild über dieses Formular an kraftwerk@kare.de geschickt werden, oder direkt persönlich im KARE Kraftwerk abgegeben werden.

KARE unterstützt das gemeinnützige Projekt Artists for Kids

Der Erlös der Versteigerung geht an Artists for Kids. Neben der Charity-Ausstellung sammelt KARE außerdem durch Teilerlöse von Produktverkäufen Geld für die Münchner Hilfsorganisation, die sich besonders um Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen kümmert. Kommen Sie vorbei und unterstützen Sie dieses einzigartige Projekt! Zusätzlich spendiert KARE für das Artists for Kids Haus im Allgäu Möbel und Einrichtungsgegenstände im Wert von 2.500 Euro. KARE CEO Peter Schönhofen zu dem sozialen Engagement: „Als Unternehmen übernehmen wir selbstverständlich soziale Verantwortung: Wir konzentrieren uns auf Kinder und Jugendliche – ihre guten Startchancen ins Leben liegen uns sehr am Herzen“.

Die Ausstellung kann ab dann täglich innerhalb der Öffnungszeiten im KARE Kraftwerk besucht werden. Letzter Ausstellungstag ist der 27. Dezember, an dem im Kraftwerk der wöchentliche Schau-Sonntag stattfindet!

 

Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson im Interview:

Sie hat dem liebenswerten Kobold aus den Geschichten von Ellis Kaut sein unverwechselbares Aussehen gegeben. Vor mehr als 50 Jahren entwarf sie die erste “sichtbare” Version des frechen und sehr liebenswerten Rotschopfs.

Wie würden Sie sich in kurzen Worten beschreiben?

Eher unsichtbar, aber wenn sichtbar, dann wunderbar… War das kurz-wortig genug???

Wie kamen Sie zu Pumuckl?

Also das war genau umgekehrt: Pumuckl kam zu mir!

Pumuckl war bis 1962 im Hörfunk zu hören, dann aber sollte er endlich sichtbar werden. Anlässlich eines Wettbewerbs kam die Autorin vom „Pumuckl“, Ellis Kaut, zu uns Studenten in die Grafikschule und las uns eine Geschichte vom Pumuckl vor.

Sie forderte uns auf, uns eine Figur auszudenken, die rote Haare hat und große Hände zum Nägelkisten runterwerfen. Ich habe schon immer gerne gezeichnet und so entstand, wie aus dem Ärmel geschüttelt, ein kleiner Kobold, der später mal recht berühmt werden sollte… ich war damals 21 Jahre alt.

Was steckt hinter der Optik unseres Lieblings-Kobolds?

Typisch für den Pumuckl sind ja seine zwei hervorstehenden Zähnchen, sein zu kurzes Hemdchen über dem runden Bäuchlein und seine nackten Füße…

Ich muss zugeben, er hat viele Dinge von mir persönlich mitbekommen, die mich eigentlich an mir selber genervt haben, wie meine unregulierten Zähne, der hervorstehende Bauch, weil ich ein Hohlkreuz hatte, und meine Aversion gegen Schuhe aller Art. Ich wäre am liebsten immer nur barfuß gelaufen. So wurden meine Schwächen zu Pumuckls Stärken… Ist das nicht koboldig?

Wie lange hat Sie Pumuckl begleitet?

Seit 1963, dem Moment, als mich die Jury ins Sekretariat meiner Grafikschule gerufen hatte um mir zu sagen: „Sie haben den Wettbewerb gewonnen! Ihr Pumuckl ist frech und liebenswert zugleich!“ –Seitdem habe ich den Pumuckl bis zu seiner Verfilmung Jahre später, für viele Bücher und Schallplattenhüllen gezeichnet. Die ersten zehn Pumucklbücher entstanden in meiner persönlichen Sturm und Drang Zeit: Auswanderung nach Südafrika, Illustrationsaufträge für diverse bekannte Kinderbuch-Verlage, Faschingsdekorationen für unseren berühmten Keller in Schwabing, Liebesglück und Liebesleid, was mich gehörig beutelte und schließlich die Geburt meiner 3 Söhne.

Heute, mit 73 Jahren, sage ich dem Pumuckl herzlichen Dank für unsere gemeinsamen 50 Jahre, einer „Liebesgeschichte “ mit allen Höhen und Tiefen…

Wie hat Sie die Arbeit mit Pumuckl beeinflusst?

Hm, das klingt so, als ob nur Pumuckl mein Leben bestimmt hätte. Tatsächlich aber war meine freie Kunst das, was mich von innen her erfüllte: Ich liebe es, meinen Eindruck zum Ausdruck zu bringen, in Form von Zeichnungen, Malerei, Materialbildern, Werken mit Fundstücken aus Griechenland, geschweißten Eisen-Objekten, Kunstfotos aus vielen Ländern dieser Erde, in Gedichtform gebrachte Lebenserfahrungen und das kreative Arbeiten mit Menschen…

Wie verbinden Sie Arbeit und Familie?

Das klingt wie ein Gegensatz den man „verbinden” müsste, damit er nicht auseinander fällt… Für mich als Künstlerin ist alles ein einziges kreatives Projekt… Kunst und Leben wird zur Lebenskunst.

Sie haben vor kurzem das Bundesverdienstkreuz erhalten – haben Sie damit gerechnet? Welcher der Gründe des Erhalts hat Sie besonders erfreut?

Nein! Damit habe ich nicht gerechnet… wie bei Allem, was mir wirklich Segen gebracht hat: Der Pumucklwettbewerbsgewinn, meine drei wunderbaren Söhne, die überstandene Krebserkrankung und jetzt „Das Bundes-Verdienstkreuz am Bande“.

Alles was ich geschaffen und erlebt habe, hat mir Freude und viel Lebenserfahrung geschenkt – das ist Belohnung genug… Trotzdem habe ich mich sehr über die Anerkennung in der Öffentlichkeit gefreut.

Es tut gut, zu erfahren, dass es bekannt und anerkannt ist, dass der Pumuckl an “meiner Zeichen-Feder” kleben geblieben ist. Dankbar und wehmütig denke ich in diesem Zusammenhang an die wunderbare Autorin der Pumucklgeschichten, Ellis Kaut, und an Hans Clarin, mit der unverwechselbaren Stimme für Pumuckl, und nicht zuletzt an den gütigen Meister Eder, Gustl Bayrhammer…

Dass ich für meine Unterstützung in vielen sozialen Einrichtungen lobend erwähnt werde freut mich. Aber noch mehr freut es mich, dass ich mit meiner Kreativität Freude in die Welt gebracht habe und bringen werde, solange ich lebe…

Wie wird es weitergehen mit Pumuckl?

Das weiß nur der Pumuckl… und wie wir wissen ist er immer voller Überraschungen…